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The Herb Geller Sextette Original Long PLay Album Rare

 
 
Preis: 4.99 EUR
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Produktbeschreibung

CD

 

1.  Outpost Incident (Geller)                                4:27     

2.  Crazy He Calls Me (Russell ? Sigman)            5:29

3.  Gin For Fuguelhorns (Geller)                           3:43

4.  Tardi At Zardi?s (Geller)                                   4:34

5.  Vone May (Freeman)                                      5:32

6.  Rockin? Chair (Carmichael)                              4:59

7.  Owl Eyes (Geller)                                           4:24     

8.  You?d Be So Nice To Come Home To (Porter)   3:07

Total Time: 36:17

 

 

Los Angeles, August 15, 1955

HERB GELLER SEXTETTE

Conte Candoli (t); Herb Geller (as); Ziggy Vines (ts); Lorraine Geller (p); Red Mitchell (sb);

Eldridge ?Bruzz? Freeman (d).

12000   Outpost Incident                                    EmArcy 36040

12001   Crazy She Calls Me                               EmArcy 36040

12002   Rockin? Chair                                         EmArcy 36040

12003   You?d Be So Nice To Come Home To      EmArcy 36040

                       

Los Angeles, August 22, 1955

HERB GELLER SEXTETTE

Conte Candoli (t); Herb Geller (as); Ziggy Vines (ts); Lorraine Geller (p); Leroy Vinnegar (sb);

Eldridge ?Bruzz? Freeman (d).

12004   Vone May                      EmArcy 36040

12005   Tardi At Zardi?s               EmArcy 36040

12006   Owl Eyes                       EmArcy 36040

12007   Gin For Fuguelhorns       EmArcy 36040

 

 

HERB GELLER

ist einer  jener Jazzmusiker, die vor langer Zeit den Vereinigten Staaten den Rücken kehrten und sich als ?expatriate musicians? in Europa niederließen. Er wurde am 2. November 1928 in Los Angeles geboren und auf die Vornahmen Herbert Arnold getauft. Seine Mutter spielte Piano in einem Stummfilm-Kino und sie ermunterte ihn, ein Instrument zu lernen. Als er acht Jahre alt war, kaufte ihm sein Vater ein gebrauchtes Altsaxofon, und er nahm Unterricht. Später studierte er Klarinette und Piano. Nachdem er die Band des Multi-Instrumentalisten Benny Carter in Los Angeles gehört hatte, beschloss Geller, die Jazzmusik zu seinem Beruf zu machen; das war 1944. Während seiner High-School-Zeit begann er bereits, in Clubs zu spielen. Joe Venuti, der damals die Geige im  Jazz populär machte, gab ihm 1946 in San Diego einen Job für zwei Wochen. Geller ging 1949 nach New York, wo er unter anderem bei Claude Thornhill und Lucky Millinder spielte. Er heiratete die Pianistin Lorraine Walsh und zog mit ihr 1950 wieder an die Westküste. Geller wurde in den fünfziger Jahren neben Bud Shank und Lennie Niehaus einer der wichtigsten Altsaxofonisten des Westcoast-Stils. Er arbeitete mit Billy May, Shorty Rogers, Howard Rumsey?s Lighthouse All Stars, Chet Baker sowie Maynard Ferguson und produzierte mehrere Alben unter eigenem Namen, auf denen auch seine Frau im Piano zu hören ist. Lorraine Geller starb 1958, nur 30 Jahre alt, und Herb zog es wieder an die Ostküste. Er spielte bei Benny Goodman und Louis Bellson und arbeitete zeitweilig mit dem Drummer Shelly Manne zusammen, den er aus Los Angeles kannte. Herb Geller emigrierte 1962 und zog 1965 nach Hamburg. Er gehörte später viele Jahre der NDR Bigband an und unterrichtete an der Hochschule für Musik.

 

THE HERB GELLER SEXTETTE

Wenn man den über 70jährigen Herb Geller fragte, was ihm in seinem Leben und seiner abwechslungsreichen Karriere am meisten bedeutet habe, dann war seine Antwort immer ganz eindeutig: ?Meine Freundschaft mit Benny Carter.? Der sei nicht nur ein fantastischer Musiker sondern vor allem ein wunderbarer Mensch. Mit dieser Meinung steht Geller gewiss nicht allein. Kollegen lobten seinen eleganten, swingenden Stil auf dem Altsax, bei ihm wirke leicht, was sonst oft spektakulär klinge, meine Cannonball Adderley, und Ben Webster nannte Carter ?The King?. Alles komme bei Carter direkt aus dem Herzen, so Carmen McRae, ?es ist für mich ein Wunder, wie jemand in dieser hässlichen Welt von heute so viel Schönheit verströmen lassen kann?.

Mit Benny Carter begann Gellers Karriere als Jazzmusiker, und in seinem Spiel lässt sich oft auch das große Vorbild erahnen. Später verarbeitete er die Ideen Charlie Parkers und anderer Bop-Musiker, etwa des Pianisten Joe Albany. Carter arbeitete in den fünfziger Jahren als Komponist für die Filmindustrie in Hollywood und machte Aufnahmen mit Westcoast-Musikern, in etwa zur gleichen Zeit als auch Herb Geller und seine Frau Lorraine dort spielten.

Die Aufnahmen des Herb Geller Sextette, die im August 1955 in Los Angeles entstanden, mag man als typisch Westcoast bezeichnen, letztlich sind sie aber alle typisch Geller. Mehrere Stücke hat er selbst geschrieben, darunter auch die raffinierte Nummer ?Gin For Fuguelhorns?. Kein Druckfehler, es soll nicht Flügelhorn heißen; die Komposition spielt vielmehr auf die Kunst der Fuge an, der dieses Stück ein wenig nachempfunden ist. (Wie der Gin dabei ins Spiel kommt, bleibt der Fantasie überlassen.) Andere Titel hat Geller so überraschend arrangiert, dass sie einen völlig anderen Charakter bekommen. Das gilt insbesondere  für Hoagy Carmichaels ?Rockin? Chair?, den Louis Armstrong und Jack Teagarden in ihrem nicht ganz ernst gemeinten Duett populär gemacht haben.  Der Rockin? Chair wippt bei Geller etwas heftiger.

Aus seiner Quartett-Besetzung hat Geller neben Lorraine noch den Bassisten Red Mitchell mit ins Studio genommen. Auf einigen der Titel ist statt Mitchell allerdings Leroy Vinnegar dabei, der angeblich ein fantastisches Gehör hatte, was er auch brauchte, weil er keine Noten lesen konnte. Geller schrieb ihm einzeln auf, wie die Noten hießen, die für den arrangierten Bassteil notiert waren. Das Sextette wurde vervollständigt durch den Tenoristen Ziggy Vines, einen Freund der Gellers aus New Yorker Tagen, den Drummer Eldridge Freeman und den Trompeter Conte Candoli, der schon mit Woody Herman und Stan Kenton gespielt hatte.

Für Geller war Kalifornien ein bedeutender Meilenstein in seiner Laufbahn, zur Legende wurde er jedoch erst, nachdem er Amerika verlassen hatte und einen Hauch von Kalifornien mit seinem Altsax nach Europa brachte. Es war im Jahr 1961, als sich Geller entschloss, Amerika zu verlassen. Lorraine war tot, die Arbeitsmöglichkeiten an der amerikanischen Westküste wurden dürftiger. Geller verkaufte sein Haus, sein Auto und besorgte sich ein One-Way-Ticket nach Kopenhagen. Sein Freund Stan Getz hatte ihm ein Empfehlungsschreiben für den Montmartre Club in der dänischen Hauptstadt gegeben. Doch kurz vor der Abreise bat ihn Benny Goodman, auf Tournee durch Südamerika mitzukommen. Geller gab sein Ticket zurück und wurde wieder Bandmitglied bei Benny.

Die Tour endete am Sylvesterabend in Sao Paulo, Geller stieg zwei Tage später in Rio auf ein Schiff und fuhr nach Lissabon. Durch Zufall las er dort in der Herald Tribune, dass im Pariser ?Blue Note? zwei seiner Freunde auftraten, nämlich der Pianist Kenny Drew und der Drummer Kenny Clarke. Also fuhr Herb nach Paris, um mit den beiden Kennys zu spielen. In Paris war er dann fünf Monate lang auch in einer Radiosendung zu hören, ?Musique Aux Champs-Elysée?. Doch Paris war nur eine Zwischenstation, die nächste war Berlin, wo er in der Big Band des Senders Freies Berlin (SFB) arbeitete. Er blieb drei Jahre.

Danach wollte Geller zurück nach Los Angeles, aber wie das Leben so spielt ? auch diesmal wieder kam ein Angebot dazwischen. Der Klarinettist Rolf Kühn verließ die Band des Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg und meinte, dass Geller der Richtige als sein Nachfolger sei. Das war er dann auch. Geller spielte 28 Jahre, bis 1994, in der NDR-Band, komponierte, arrangierte und unterrichtete an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Als Lehrer war er auch an der Hochschule für Künste in Bremen sowie an Konservatorien in Hannover und Rotterdam tätig.

Dass Geller es so lange in Hamburg aushielt, hatte gewiss auch mit den guten Arbeitsbedingungen zu tun, die der überwiegend durch Zwangsgebühren finanzierte Rundfunksender bieten konnte. Die angestellten Musiker wurden gut bezahlt und bekamen eine Pension. Außerdem und vor allem aber machte ihm die Arbeit Spaß. Die NDR Big Band wurde nach Gellers Ansicht in den Jahren, in denen er dabei war, immer besser. Es sei großartig, so meinte er, dass ein Rundfunksender sich eine so exzellente Band leisten könne. Sie habe sehr gute Arrangeure, hervorragend Solisten und spiele einfach alles ? von Swing über Funk und Fusion bis zu Latin und Avantgarde.

Schon während seiner Zeit in Hamburg hatte Geller immer wieder in anderen Bands gespielt, so etwa bei Peter Herbolzheimer oder dem Rolf Kühn Orchestra. Hin und wieder reiste er auch in die USA und machte dort Aufnahmen. Das Album ?The Herb Geller Quartet? entstand 1993 in Los Angeles, ?I?ll Be Back? stammt von 1998. Nachdem er die NDR Big Band verlassen hatte, spielte Geller öfter wieder in Kalifornien. Sein Musical ?Playin? Jazz? wurde im Rahmen des West Coast Festival in Los Angeles aufgeführt.

Das Üben auf seinen Instrumenten ? im Laufe der Zeit kamen Oboe, English Horn und alle Flöten hinzu ? hat Geller immer durchgehalten: täglich mindestens eine Stunde. Und seine Ansichten über Musik hat er auch nie aufgegeben. Er habe kürzlich eine Gruppe um Ornette Coleman im Fernsehen gehört, so Geller, und was die spielte, sei nur Lärm gewesen. ?It was Chaos.?                  

Peter Bölke

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